Die große Welt von oben für unsere Kleinen!
Nachfolgend ein Bericht eines Charterers, der erstmals seine beiden zehnjährigen Kinder mitgenommen hat:
Sie wussten von nichts. Ich sagte nur, dass wir beim Fliegeropa kurz vorbeischauen auf dem Weg zum verspäteten Geburtstagsgeschenk (was ja auch stimmte). Erst als ich ihnen die Kinderflugvorbereitung hinlegte, dämmerte es den Beiden. Mit Begeisterung füllten Sie das Formular mit den Fragen aus (Wight ohne Balance, Kurs, Treibstoff, Landestrecke, Wetter) und schon kam auch mit Bernd die AA. Schnell noch tanken, intensive Vorflugkontrolle mit den Kindern, und los geht’s. Die fragenden Blicke und die Vorfreude, gepaart mit schrecklicher Angst in den Augen, waren schon eine große Aufgabe für mich. Direkt nach dem Abheben kam über das Intercom die vorsichtige Frage: "Sind wir schon in der Luft?" Als ich das bejahte, fühlten sich die Beiden gar nicht so wohl. Was kommt da noch Fürchterliches? Gut, also weiter. Da muss man durch, denn Opfer müssen gebracht werden. Vorsichtig auf knapp 3.000 ft gestiegen und nur weite und vorsichtige Kurven, damit die erst mal Vertrauen fassen. Maxi war schon sehr skeptisch. Kathi hielt mich an der Hand (wie sie es immer tut, wenn ihr etwas nicht geheuer ist) und so nahmen wir erst mal Kurs Richtung Vilshofen auf. Die Stimmung entspannte sich, als die Kinder merkten, dass wir nicht sofort abstürzen und sterben. Und schon ging die Fragerei los und es wurde live berichtet, was sie alles sehen. Maxi fand dann auch Vertrauen und "thumbs up". Passt. Instrumente wurden alle erklärt, wobei der Kompass im Wasser das Interessanteste war. (Wieso dreht sich der?) Auch das HSI mit der komischen Nadel, die nach links und rechts wandert, fand grosses Interesse. Von diesem Augenblick an wurde bei jeder Ablage von "Dreistreifchen" darauf hingewiesen, gefälligst genau den Kurs zu halten. Wie finden wir nun zum Flugplatz? Kathi hat als Co-Pilot die Kleinnavigation übernommen und Maxi ließ sich -wie gewohnt- vom Bordservice verwöhnen. Ratzfatz waren wir wieder im Sinkflug und schon über der Donau. Gespenstische Stille im Cockpit. Werden wir die Landung überleben, oder fallen wir schon vorher ins Wasser? Ganz bewusst habe ich sehr sanft und vorsichtig den Abfangbogen geflogen und etwas schneller aufgesetzt, damit die Landung ganz flockig und weich wird. Michael würde wieder schimpfen, da zu schnell. Direkt nach dem Aufsetzen kam über Intercom die Kinderstimme und strikte Anweisung "Bremsen". Aber mit dem Hinweis, dass wir ja nach ganz vorne müssen, gaben sie sich dann zufrieden und es ging ganz ohne und Michael freut sich über gesparte "Bremskosten". Geparkt, ausgestiegen und Du hättest die Beiden sehen sollen. Strahlende Augen (wir leben noch!) und das Fliegen ist ja so was von cool und so schön. "Gib mir fünf" für die Familie und auf zum Eisessen. Kurz noch den Tower besichtigt und schon ging es wieder zurück. Diesmal Maxi ins Cockpit. Er ist jetzt der FO und darf ebenfalls Start- und später die Landezeit notieren und sogar ein bisschen mitfühlen, wie so ein Flugzeug gesteuert wird (wie vorher Kathi auch schon). Erstaunlich, wie wenig man machen muss, um eine Kurve zu fliegen. Bei Dingolfing begann dann Kathi das Fliegerlied von Hans Albers zu singen (Flieger, grüß mir die Sonne), das sie bei mir ein paar Mal im Auto gehört hat und auswendig kann. Hier wusste ich, dass sie sich sauwohl und zufrieden fühlen. Da wir vorher Verbindung mit dem FIS aufnahmen, wollte Maxi wissen, ob RADAR auch feststellen kann, welche Leute im Flugzeug sitzen. Da konnte ich ihn beruhigen und er war damit einverstanden. Nachdem nun totale Zufriedenheit herrschte und der Flug Routine gewann, zog ich ganz leicht um 100 ft hoch und drückte etwas flotter in den Horizontalflug damit aus 35 Kinderkilo 10 Kilo werden. Ganz grosse Augen (vorwurfsvoll) und gleich darauf: Noooochhmaaaaallll. Also passt. Der Rest war Routine und mit der erfahrenen Crew war der Anflug (Turn ins Final mit 20° bank) und die Landung in Landshut ein Klacks.
Ein besonders herzlicher Dank an HAEUSL'AIR für dieses "Abenteuer".
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